für Freiheit und Sozialismus
Literatur

 

Christian Zeller (2004):

Die globale Enteignungsökonomie

Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster
320 S.
€ 24,80 - SFR 42,90
ISBN : 3-89691-549-5

Der Kapitalismus befindet sich einer tief greifenden Akkumulationskrise und Umbruchphase. Die new economy hielt ihre Versprechun-gen nicht. Sie bietet keine tragfähige Grundlage für ein stabiles, weltweites Wachstum.
Im neuen finanzdominierten Akkumulationsregime tritt die Akkumulation durch Enteignung hervor. Dazu zählen die Aneignung finanzieller Einkünfte sowie biologischer und intellektueller Ressourcen, Privatisierungen und imperialistische Kriege. Der militärisch-industrielle Komplex, insbesondere in den USA, dient der militärischen Durchsetzung dieser globalen Enteignungsökonomie. Die Widersprüche und die Instabilität verschärfen sich. Die im Band versammelten AutorInnen - jene aus Frankreich arbeiten im wissenschaftlichen Beirat von Attac mit - diskutieren auf der Grundlage unterschiedlicher regulationstheoretischer und marxistischer Interpretationen die aktuellen Entwicklungstendenzen des Kapitalismus. Dabei werden der deutschsprachigen Leserschaft bislang kaum bekannte Ansätze der französischen und angelsächsischen Debatten vorgestellt. Es schreiben François Chesnais, David Harvey, Michel Husson, Claude Serfati, Stéphanie Treillet und Christian Zeller.

 

David Harvey
Der neue Imperialismus
Aus dem Amerikanischen
250 Seiten (Mai 2005)

VSA Verlag, Hamburg
EUR 22.80 sFr 40.10
ISBN 3-89965-092-1

David Harveys Plädoyer: Lasst uns nicht weiter von Globalisierung, sondern von Imperialismus reden – aber von einem Imperialismus ganz neuen Typs.

Was sind die Antriebskräfte der US-amerikanischen Politik? Zu Beginn des Irak-Krieges schien die Antwort recht einfach zu sein: Zugriff auf die strategischen Öl-Ressourcen. Doch diese scheinbare Gewissheit verflüchtigt sich. Der Ölpreis ist nach der Besetzung des Irak höher als zuvor. Ist es das Motiv des Strebens nach unilateraler Weltherrschaft? Dann liegt es nahe, dass sich die USA auf einem Pfad imperialer Überdehnung bewegen. Oder sind es die inneren Probleme der amerikanischen Gesellschaft und vor allem der US-Ökonomie, die zu weltpolitischem Abenteurertum Anlass geben?

"David Harvey hat ein tiefgründiges und aufregendes Buch geschrieben. Harvey ist ein Radikaler im wissenschaftlichen Sinne; seine Arbeiten sind frei von jeglichen journalistischen Klischees, gefüllt mit Fakten und sorgfältig durchdachten Überlegungen. Das Buch ist schön gemacht, es ist eindringlich geschrieben, mit steigender Intensität und Dringlichkeit. 'Der neue Imperialismus' ist eine hervorragende Anklageschrift gegen die bestehenden Machtinstitutionen, die zugleich hoffnungsvolle Einblicke gibt, wie diese Institutionen verändert werden könnten."
(Richard Sennett, London School of Economics)

 

Jörg Huffschmid (Koordination) (2004)
Die Privatisierung der Welt
Hintergründe, Folgen, Gegenstrategien
Reader des wissenschaftlichen Beirats von Attac

VSA Verlag, Hamburg
220 Seiten
EUR 14.80 sFr 26.60
ISBN 3-89965-109-X

Die AutorInnen dieses Buches, das der wissenschaftliche Beirat von Attac Deutschland herausgibt, analysieren die Hintergründe, Formen und Folgen der Privatisierung und des Kampfes für den Erhalt und die Festigung der öffentlichen Güter.

Die Privatisierung der Welt ist die Hauptlinie der neoliberalen Strategie gegen den Sozialstaat. Sie entzieht immer mehr Bereiche des Lebens einer demokratischen Gestaltung und unterwirft sie dem Diktat der Rentabilität und dem Recht des Stärkeren. Nach Strom, Gas, Telefon und Eisenbahnen stehen jetzt auch Kernbereiche öffentlicher Daseinsvorsorge wie Bildung, Gesundheit und Alterssicherung, ja die Natur selbst zur Privatisierung an. Am Ende wird sogar die Politik privatisiert. Was bleibt, sind Macht, Korruption und soziale Polarisierung.

Gegen diese Tendenzen und Aussichten hat sich in den letzten Jahren aber auch Widerstand in allen Teilen der Welt entwickelt. Sein Ziel ist es, die Räume demokratischer Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft zurück zu erobern, zu sichern und auszuweiten. Dies geht nicht ohne starke soziale Bewegungen gegen die Kräfte, die die Welt zur Ware machen wollen.
Beiträge u.a. von Alessandro Pelizzari und Christian Zeller

 

Olaf Gerlach/Stefan Kalmring/Daniel Kumitz/Andreas Nowak (Hrsg.) (2004)

Peripherie und globalisierter Kapitalismus
Zur Kritik der Entwicklungstheorie

Brandes & Apsel, Frankfurt
352 S.
ISBN 3-86099-803-X
€ 25,00/sFr 42,50

Das mediale Bild der Peripherie ist ein Bild von Krisen. Während es an Lippenbekenntnissen nicht mangelt, und Politik wie Anti-Globalisierungsbewegung bekunden, den Ländern des Südens helfen bzw. eine globale Gerechtigkeit herstellen zu wollen, mangelt es den Beteiligten an brauchbaren Entwicklungstheorien. Internationaler Währungsfonds und Weltbank setzen unbeirrt die neoliberale Doktrin fort, der öffentliche Diskurs denkt und strukturiert unbeirrt modernisierungstheoretisch und gerade bei weiten Teilen der Linken ist der Entwicklungsbegriff als solcher in die Kritik geraten und etwas verpönt.
Die monokausalen Großentwürfe, die eine ganze Welt theoretisch und normativ über einen (den westlichen) Kamm scheren, wurden nach dem Ende des Kalten Krieges beiseite gelegt. Doch macht es Sinn, Entwicklungstheorie als solche aufzugeben? Die Herausgeber und AutorInnen dieses Buches wenden sich gegen eine solche Sicht. Sowohl die Arbeit von Solidaritätsbewegungen als auch der vor Ort tätigen entwicklungspolitischen Szene bedürfen der theoretischen Einbindung. Entwicklungstheorie heißt immer auch Theorie und Praxis, und sie muss nicht eurozentrisch, monokausal und teleologisch operieren.
Dem allgemeinen Block Der Entwicklungsbegriff folgt eine Kritik der entwicklungstheoretischen Orthodoxie (Modernisierungsparadigma, Androzentrismus, nationalstaatlicher Bias, Außenhandelstheorie). Die Blöcke Produktionsweisen und Ungleichheit, Dominanz und Hegemonie im kapitalistischen Weltsystem sollen weiterführende Ansätze der Entwicklungstheorie diskutieren. Ein Abschnitt über Emanzipationsstrategien rundet den Band ab.
Mit Beiträgen von Martina Blank, Dieter Boris,
Gülay Caglar, Martha Zapata Galindo,
Christoph Görg, Eva Hartmann, Gerhard Hauck, Stefan Kalmring, Reinhart Kößler, Daniel Kumitz, Birgit Mahnkopf, Oliver Nachtwey, Andreas Nowak, Manfred Nitsch, Steffen Rolke, Christian Zeller, Gabriele Zdunnek


Maria Mies
unter Mitarbeit von Claudia von Werlhof (2004)
Krieg ohne Grenzen?
Die neue Kolonisierung der Welt
Pappyrossa Verlag, Köln

Neue Kleine Bibliothek 94, 228 Seiten
EUR 14,80; SFR 26,60
ISBN 3-89438-286-4

Maria Mies und Claudia von Werlhof untersuchen den strukturellen Zusammenhang von Globalisierung, Krieg und Sozialabbau und stellen deren gemeinsame Logik dar. Sie zeigen, daß der globale freie Markt ohne Gewalt und militärische Macht nicht funktioniert. "Hinter der unsichtbaren Hand des Marktes muß die bewaffnete Faust des Krieges stehen" - diese These wird anhand historischer und aktueller Beispiele überprüft: Vom traditionellen Kolonialismus der Vergangenheit bis zu den Kriegen gegen Jugoslawien, Afghanistan und den Irak, zum "lang anhaltenden Feldzug gegen den Terrorismus" und zur gegenwärtigen Re-Kolonisierung der Welt. Zu den ökonomischen, politischen und ideologischen Dimensionen gehört indes auch, daß sich der Krieg nach außen in einem Krieg nach innen fortsetzt - in Form der Zerstörung von Sozialstaat und Demokratie und von wachsender gesellschaftlicher Ungleichheit und zunehmender Repression.
Gilbert Achcar (2002)

Der Schock der Barbarei
Der 11. September und die »neue Weltordnung«

131 S., Euro 12,00,
ISBN 3-89900-105-2
Neuer ISP Verlag

Eine Analyse des aus dem Libanon stammenden französischen Wissenschaftlers: der 11. September im Kontext der Beziehungen der USA mit islamistischen Gruppen und der Rolle Saudi-Arabiens.

Diese Untersuchung zu den wahrscheinlichen Umrissen kommender Entwicklungen ist nüchtern, kompromisslos, bestens informiert und voller Denkanstöße und kluger Analysen. Man sollte dieses Buch lesen und darüber nachdenken.
Noam Chomsky zur englischsprachigen Ausgabe

Mit einem ungewöhnlichen Verständnis  für die Fakten der internationalen Politik analysiert Achcar die Ursprünge und Entwicklungen des Zusammenpralls.(.) Besonders das Kapitel "Hass, Barbarei, Asymmetrie und Anomie" muss jeder unbedingt lesen; es ist der überzeugendste und gründlichste Text, den man über diesen Krieg lesen kann.
Paul-Marie de la Gorce in Le Monde Diplomatique zur französischen Ausgabe.

 

Gilbert Achcar (Hg.)(2003)

Gerechtigkeit und Solidarität
Ernest Mandels Beitrag zum Marxismus

Neuer ISP Verlag
287 Seiten, € 18,00
ISBN 3-929008-44-0

Nach dem Tod von Ernest Mandel, des weltweit bekannten Wirtschaftswissenschaftlers und Führungsmitglieds der IV. Internationale, trafen sich WissenschaftlerInnen aus mehreren Ländern in Amsterdam zu einem Symposium, um über sein theoretisches Werk und sein Erbe zu diskutieren.

Der Band fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und enthält Beiträge von Gilbert Achcar, Michael Löwy, Jesús Albarracin, Pedro Montes, Michel Husson, Francisco Louca, Charles Post, Catherine Samary und Norman Geras sowie zwei weitere von Mandel selbst.

 

 

Daniel Bensaïd (2004)

Was ist Trotzkismus?
Ein Essay

Neuer ISP Verlag
132 Seiten, € 12,00
ISBN 3-89900-108-7

Der Begriff »Trotzkismus« entstand zunächst als Schmähwort für eine angebliche Abweichung vom »Leninismus« in der Sowjetunion und der Kommunistischen Internationale. Der Kampf der Linken Opposition unter Trotzkis Führung gegen die Bürokratisierung der Sowjetunion und die falsche Politik der Kommunistischen Parteien gegenüber dem aufkommenden Faschismus führte 1938 zur Gründung einer neuen Internationale, der IV. Internationale.

Daniel Bensaïd, französischer Hochschullehrer und langjähriger politischer Aktivist, gibt hier eine leicht lesbare Einführung in Trotzkis Ideen und Tätigkeit und schildert die Entwicklung der wichtigsten trotzkistischen Strömungen seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute.

 

Jonathan Neale (2004)
Der amerikanische Krieg
Vietnam 1960-1975

Neuer ISP Verlag
267 Seiten, 16,80 €
ISBN 3-89900-111-7

In den USA nennt man ihn den Vietnam-Krieg, in Vietnam heißt er der Amerikanische Krieg – ein Trauma, das die USA verfolgt.

Der englische Autor legt hier eine packend geschriebene Analyse dieses Krieges vor, der seit 30 Jahren in der Weltpolitik nachwirkt. Er zeichnet die Entstehungsgeschichte dieses Krieges nach und beleuchtet die drei maßgeblichen Faktoren, die die US-amerikanische Niederlage prägten: die Kraft der vietnamesischen Guerilla, der Widerstand in der US-Armee und unter ihren Veteranen sowie die Stärke der internationalen Antikriegsbewegung.

 

 

Tobias ten Brink (2004)

VordenkerInnen der globalisierungskritischen Bewegung:
Pierre Bourdieu, Susan George, Antonio Negri

Neuer ISP Verlag
175 Seiten, € 16,80
ISBN 3-89900-020-X

Der Autor stellt die Ideen dreier zentraler VordenkerInnen der globalisierungskritischen Bewegung vor und setzt sich kritisch mit ihrem Werk auseinander: Pierre Bourdieu, der intellektuelle Kritk und soziale Bewegungen wieder stärker aufeinnader zu beziehen versuchte; Susan George, eine der wichtigsten SprecherInnen der attac-Bewegung, und Antonio Negri, der als Vordenker eines radikalen Flügels in der Bewegung gilt.

"Die Arbeit von Tobias ten Brink »informiert nicht nur über den Stand der Argumentationen und Debatten, sondern bietet zugleich auch wichtige und verständlich formulierte Anregungen für ihre Weiterführung."

Joachim Hirsch, em. Professor für Politikwissenschaften an der Universität Frankfurt

     
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