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Schweiz: Solidarität mit den Streikenden bei der Schweizerischen Depeschenagentur!

Die Krise der Schweizer Medienlandschaft fordert ihr nächstes Opfer. Dieses Mal trifft es Mitarbeitende der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA).  35 der 180 Stellen in der Redaktion des „Grundversorgers der Schweizer Medienlandschaft“ will das Management streichen. Doch die Angestellten der SDA zeigen sich kämpferisch. Um gegen den Abbau zu protestieren, sind sie in einen unbefristeten Streik getreten.

von BFS Zürich

Ein umfassender Abbau soll möglichst schnell umgesetzt werden

Der Paukenschlag kam Anfang Januar 2018: Die Geschäftsleitung der einzigen verbliebenen Schweizer Vollnachrichtenagentur SDA kündigte zu Beginn dieses Jahres an, bereits bis Ende Monat rund 36 Stellen abzubauen, respektive Kündigungen und Pensenreduktionen für 88 Mitarbeiter auszusprechen.
Hintergrund des Abbaus ist die klamme Finanzlage der Nachrichtenagentur. Für diese ist allerdings einzig das unfähige Management verantwortlich. Diese hatte den Kunden die Preise Anfang Jahr um 10 Prozent gesenkt, weshalb die Agentur nun einen Verlust einfahren wird. Dieser wiederum soll mit dem massiven Stellenabbau ausgeglichen werden.

Der Abbau erfolgt nach Konzept

Die SDA-Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat agieren dabei jedoch nicht einfach konzeptlos, wie man immer wieder hört. Vielmehr gibt es bei der Agentur ein Hauptproblem der seltsameren Art: Die Besitzer geschäften mit sich selbst. Denn im SDA-Verwaltungsrat sitzen die Verleger der Medienkonzerne Tamedia, Ringier und NZZ, die selber Kunden der SDA sind. Die genannten Preissenkungen wurden so von denjenigen Parteien erzwungen, die nun auch von den tieferen Preisen profitieren.
Wollen die grossen Verleger die SDA in den Ruin treiben? Gerade im Zeitalter der Übernahme von Medienhäuser durch Rechtspopulisten à la Christoph Blocher und Roger Köppel wäre dies brandgefährlich. Eine wichtige Quelle neutraler Informationen würde für immer verschwinden.
Gerade aus diesem Grund müssen die Streikenden der SDA in ihrem Arbeitskampf unterstützt werden. Dabei hatten die SDA-Angestellten bereits vor einer Woche einen dreistündigen Warnstreik durchgeführt, weil das Management nicht einmal bereit war, mit der Belegschaft über einen zumindest teilweisen Kündigungsverzicht zu diskutieren.

Der Streik geht weiter und braucht Unterstützung!

Und weil auch auf diesen Warnstreik keinerlei Reaktion von Seiten der Geschäftsleitung folgte, traten die SDA-Mitarbeiter*innen gestern, am Dienstag, den 30. Januar 2018, in einen unbefristeten Streik. Nach einer Demonstration am Dienstag in Bern folgte am heutigen Mittwoch eine Demonstration in Zürich vor dem Hauptsitz des Tamedia-Konzerns. Die Eigentümerin des Tagesanzeigers ist gleichzeitig grösste Einzelaktionärin der SDA.
Die Führung der SDA reagierte bisher noch nicht auf den Streik. Dieser blieb trotzdem nicht ohne Wirkung. Das mediale Echo auf den Streik sei durchwegs positiv und die Solidarität enorm gewesen, hiess es von Seiten der streikenden Redaktor*innen. Unter anderem dank dieser Unterstützung wird der Streik auch morgen Donnerstag weitergeführt, wie die Beschäftigten heute Nachmittag bekanntgaben.
Die Bewegung für den Sozialismus (BFS/MPS) unterstützt den Streik und war auch an der Demo vor dem Tamedia-Gebäude am heutigen Mittwoch vor Ort! Die Forderungen sind dabei klar:
Keine Entlassungen! Keine unfreiwilligen Pensenreduktionen! Sofortiger Abbruch des Sparprogramms durch die SDA-Führung!

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