In dem unterirdischen Asyllager im ehemaligen Zivilschutzbunker in Urdorf sind zum wiederholten Male Menschen positiv auf Corona getestet worden. Die ausschliesslich männlichen Bewohner wurden in den Erlenhof in Zürich, in das Nebenhaus des Asylcamps in Kemptthal, sowie in einen Qurantäne-Container in Urdorf verfrachtet. Nur einige wenige, die geimpft sind, verblieben im Bunker. Aufgrund der horrenden Lebensbedingungen ohne Frischluft, Tageslicht und in Mehrbettzimmern war immer wieder von verschiedenen Stellen dazu aufgefordert worden, den Bunker zu schliessen, vor allem während der Corona-Pandemie. Schliesslich können weder die Empfehlungen zum Mindestabstand, noch zum Lüften in dem Bunker eingehalten werden.
Bereits im Oktober letzten Jahres waren einige Bewohner positiv auf Corona getestet und daraufhin alle Bewohner in Quarantäne in den Erlenhof in Zürich gebracht worden. Damals gab es kaum Informationen und medizinische Unterstützung, sowie mangelhafte Nahrungsversorgung. Die Bewohner wurden in Angst und Unwissen zurückgelassen, es wurde willkürlich über sie verfügt. Als daraufhin zwei Leute aus dem Fenster sprangen, um die Quarantäne-Unterkunft zu verlassen, mussten sie im Krankenhaus behandelt und operiert werden. Bis heute tragen sie Schäden davon. Was daraufhin von der Pressestelle der Polizei veröffentlicht und von vielen Medien unhinterfragt übernommen wurde, war rassistische und tendenziöse Berichterstattung schlechthin. Aus den Demonstrationen gegen die Zustände im Bunker und die damit einhergehende Handhabung der Corona-Schutzmassnahmen wurde die Aktionsgruppe Close Bunker Urdorf Now gegründet. Gemeinsam mit den Bewohnern verfasste sie mehrere Broschüren, führte eine Info-Veranstaltung durch, sprach mit mehreren Journalist*innen und startete eine Petition.
An den Zuständen im Bunker hat sich jedoch nichts geändert. Der Vorsteher der Sicherheitsdirektion Mario Fehr hielt an seiner knallharten Linie fest und schürte weiter rassistische Narrative. Die Folgen davon haben nun die Bewohner des Bunkers in Urdorf zu tragen. Nicht er und niemand anderes. Deswegen: Geht auf die Strasse! Gegen die Unterbringung von Menschen im Bunker in Urdorf – zu Coronazeiten und immer! Gegen die Unterbringung von Menschen in Asyllagern! Close Bunker Urdorf now!
von antira.org
[Am Rande vermerkt] ist eine Serie von Kurzartikeln. Wir wollen damit tagesaktuelles Geschehen kommentieren, einordnen, auf Veränderungen aufmerksam machen. Eine konsequente linke, antikapitalistische Politik zeichnet sich unseres Erachtens nicht nur dadurch aus, die grossen Analysen abzuliefern. Vielmehr gehört es für uns dazu, auch kleinere, unscheinbare Entwicklungen, skandalöse Aussagen und Auffälliges einordnen zu können.
Die kurze Form, der eher flüchtige Charakter und die zeitliche Nähe, die allesamt diese Artikelserie ausmachen, führen dazu, dass die hier geäusserten Einschätzungen vorübergehend sein können und nicht zwangsläufig mit den Ansichten unserer Organisation übereinstimmen müssen. Die Autor:innen und die verwendeten Quellen sind deshalb jeweils gekennzeichnet. Textvorschläge sind jederzeit herzlich willkommen.