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Gegen die Hitze und soziale Kälte: Energiekonzerne enteignen!

Die gegenwärtige Krise zeigt: Nur wenn die Energiekonzerne unter gesellschaftliche Kontrolle gestellt werden, lässt sich eine gerechte Energieversorgung mit dem Kampf gegen den Klimawandel verbinden. (Red.)

von BFS Jugend Basel

Es ist zu heiss!

Sommer 2022 und Bergbauern brauchen Wasser per Heli. Flüsse und Seen trocknen aus. Übersterblichkeit in den Alten- und Pflegeheimen. Die Klimakrise bedroht auch hier Existenzen.

Es ist zu kalt!

Winter 2023 drohen ungeheizte Wohnungen, da sich Menschen die Heizkosten nicht leisten können. Die Energiepreise steigen – und im Schlepptau die Lebenskosten allgemein. Armut wird sich in Europa massiv verschärfen.
Was tut der Bundesrat?
Egal ob Klimakrise, Pandemie oder jetzt Energieknappheit – die gesellschaftlichen Probleme sollen Zuhause gelöst werden. Hauptsache nicht die Wirtschaft antasten. Frieren für die Industrie wird gefordert. Wenn alle ein bisschen sparen, kürzer Duschen und brav das Licht löschen, wirds schon reichen.

Dabei ist es klar: Ob Energie gespart wird, ist eine politische Frage. Entscheidest Du, ob deine Mietwohnung isoliert ist? Bist Du dafür, dass in deinem Dorf alle das Auto brauchen, weil der Bus nicht mehr fährt?

Die grossen gesellschaftlichen Bereiche, wo tatsächlich viel Energie gespart werden kann (also ÖV, Gebäudeisolation und Erneuerbare Energien) lassen sich nicht individuell verändern. Egal ob mensch zu zweit oder zu fünft duscht. Und als Klimabewegung dürfen wir ruhig mal daran erinnern – wir habens euch doch gesagt!

Der Krieg ist schuld?

Doch wie kommt es dazu, dass wir Energiekonzerne mit Steuergeldern unterstützen und selber Angst haben müssen, im Winter zu frieren? Putin! – der Gas-Han! – Sanktionen! lauten die gängigen Erklärungen. Doch diese greifen zu kurz – und sind zudem eine angenehme Ausrede für diejenigen, die sich an der Krise schamlos bereichern. In Wahrheit steigen die Preise nämlich schon seit Ende 2021 – ein Trend der sich nach der Invasion und den Sanktionen einfach fortgesetzt hat. Die eigentliche Wurzel des Übels liegt in der Liberalisierung des Strommarktes, der es dem Marktkalkül der Stromhändler überlässt, wieviel wir fürs Licht bezahlen müssen. Dabei müsste das gar nicht so sein. Über gesellschaftliche Fragen (wer bekommt wieviel Energie zu welchem Preis) sollte ja eigentlich die Allgemeinheit bestimmen.

Für gesellschaftliche Kontrolle des Energiesektors!

Wenn wir verhindern wollen, dass Menschen verarmen, während die Herrschenden wiedermal so tun, als wäre es unsere Schuld, gibt es nur eines. Wir müssen die Entscheidung über etwas so grundlegendes wie Energie den Kapitalist*innen wegnehmen. Wir müssen die Energiekonzerne enteignen. Das ist sowohl aus sozialer wie auch aus ökologischer Sicht die einzige nachhaltige Option. Die Enteignung der Energiekonzerne öffnet zudem den Weg für Forderungen, die sowohl sozial als auch ökologisch sind. Zum Beispiel eine gratis Grundversorgung mit Energie für alle – und progressive Besteuerung von überflüssigem Verbrauch.

Es ist vielleicht nicht die beste Zeit um jung zu sein – aber dafür um den Kapitalismus zu überwinden!


Flyer der BFS Jugend Basel zum globalen Klimastreik am 23. September 2022.

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