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1. Mai: Wir sind Klasse!

Die BFS Jugend Zürich stellt am diesjährigen 1. Mai die Frage der Klassenzugehörigkeit in der kapitalistischen Gesellschaft ins Zentrum ihrer Kampagne.

von BFS Jugend Zürich

Flyer – 1. Mai 2014 – BFS ZH
Flyer – 1. Mai 2014 – BFS Jugend ZH

Der Kapitalismus, die Arbeiter*innenklasse und wir.
Als Linke sind wir oft mit der Kritik konfrontiert, dass sich der Kapitalismus doch eigentlich bewährt habe und sozialistische Ideen von vorgestern seien. Eine solche Kritik wird immer wieder damit begründet, dass es heute ja gar keine Arbeiter*innenklasse mehr gäbe und sich daher auch revolutionäre Perspektiven erübrigen würden. Aber ist die Arbeiter*innenklasse nun wirklich von der Bildfläche verschwunden?
Tatsächlich sieht man in der Schweiz aufgrund der Auslagerung der Fabriken in andere Länder, der Spezialisierung der Industrieproduktion und der allgemeinen Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen nur noch selten Massen von Arbeiter*innen, die aus ihren Fabriken strömen. Nichts desto trotz leben wir nach wie vor in einem kapitalistischen Land.
Die Entstehung des Kapitalismus ist unweigerlich mit der Trennung der Gesellschaft in zwei sich entgegengesetzte Klassen verbunden. Im Zuge der Industrialisierung im 18./19. Jahrhundert ist einerseits eine Klasse von Kapitalist*innen entstanden, welche sich durch den Besitz der Produktionsmittel (Fabriken, Maschinen, Boden) auszeichnete. Damit einher ging andererseits die Herausbildung einer besitzlosen Klasse von Menschen, die gezwungenermassen ihre Arbeitskraft in den Fabriken verkaufte, um im Gegenzug einen Lohn dafür zu erhalten.
Diese Trennung der Gesellschaft in zwei Klassen scheint heute – gerade in der Schweiz, wo viele Menschen am relativen Wohlstand teilhaben können – völlig veraltet. In der Tat hat sich der Kapitalismus seit seiner Entstehung stark verändert; seine Grundsätze aber sind die gleichen geblieben. Auch heute produzieren Unternehmen in erster Linie für den Profit, den zu maximieren sie aufgrund einer allgemeinen Konkurrenz gezwungen sind. Ebenso ist die überwiegende Mehrheit der Menschen darauf angewiesen, ihre Arbeitskraft für Lohn zu verkaufen. Nie zuvor in der Geschichte war die lohnabhängige Klasse prozentual so gross wie heute. Auch war der Besitz weltweit noch nie so ungleich verteilt und in so wenigen Händen von Kapitalist*innen konzentriert. Es ist also theoretischen und politischen Humbug zu behaupten, die Arbeiter*innenklasse gäbe es nicht mehr.
Es ist heute unsere Aufgabe uns selbst wieder als diejenige Klasse zu begreifen, die das Potenzial zu einer grundsätzlichen Veränderung der Welt in sich trägt. Es liegt an uns, uns zu organisieren und den Angriffen von oben unseren kollektiven Widerstand entgegenzusetzen – sei es in der Schule, an der Uni oder am Arbeitsplatz. Denn erst durch den aktiven Widerstand gegen die Verschlechterungen unserer Arbeits- und Lebensbedingungen, gegen Umweltzerstörung und Diskriminierungen aller Art lassen sich die Konturen einer anderen Welt erkennen.
Heraus zum 1. Mai!
Sozialismus neu denken. Kapitalismus überwinden!

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