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Schweiz: Kinderbetreuer*innen mucken auf

Aufgrund der starken Feminisierung ihres Berufes sind Kinderbetreuer*innen in vielfacher Weise von sexistischer Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen. Die trΩtzphase ist eine Gruppe ausgebildeter und angehender Fachpersonen aus der familienergänzenden Kinderbetreuung, die in Zürich gegen die prekären Arbeitsbedingungen in den Kitas und Horten ankämpft. Die Kinderbetreuer*innen beteiligen sich ebenfalls an der morgigen Demonstration für Lohngleichheit in Bern, denn sie haben allen Grund dazu. Wir veröffentlichen hier ihren Aufruf zur Demo. (Red.)

von trotzphase; aus vpod.ch

Aufwertung des Berufs

«Jö, du spillsch mit Chind, so herzig!»

Ja, die Kinder sind herzig. Unsere Arbeit ist es nicht. Es erfordert viel mehr, als nur mit den Kindern zu spielen. Wir sind professionelle Betreuungspersonen mit mehrjähriger Berufsausbildung und wollen dementsprechend wahrgenommen, entlöhnt und anerkannt werden. Die zum Teil prekären Arbeitsbedingungen sagen auch etwas über die Wertschätzung aus, die unserer Arbeit entgegengebracht wird.

Lohngleichheit

«Wänndr meh Malfarbe chaufe, oder wieso bruchedr meh Geld?»

Weil wir qualifizierte Fachpersonen sind! Wir wollen faire Löhne – unabhängig vom Geschlecht und entsprechend der Verantwortung, der Anforderung und der Belastung, die unser Beruf mit sich bringt. Da unser Beruf nach wie vor ein klassischer Frauenberuf ist, drängt sich die Forderung nach Lohngleichheit auf. Umso wichtiger sind verbindliche und transparente Lohnvorgaben und regelmässige Kontrollen – sei es durch die öffentliche Hand oder mittels GAV.

Betreuungsschlüssel

«Jedi chan doch i de Kita schaffe!»

Leider ja! Nicht adäquat ausgebildetes Personal wird oft zum Betreuungsschlüssel gezählt und dient als billige Arbeitskraft. In der Kinderbetreuung braucht es Fachkräfte, die den Anforderungen an die Arbeit gerecht werden. Nur diese sollen zum Betreuungsschlüssel gezählt werden.

Qualität

«Erziehig isch doch eh d Sach vode Muetter!»

Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen des Kindes. Rund die Hälfte der Kinder in der Schweiz werden aber familienergänzend betreut. Auch für diese Kinder ist qualitativ hochwertige frühkindliche Betreuung unerlässlich und im Interesse der gesamten Gesellschaft. Jeder investierte Franken in diese Arbeit fliesst nachweislich zurück in die Gesellschaft.

DAS HEISST:

  • Wir möchten die beste Qualität haben in der Fremdbetreuung!
  • Wir möchten in der Gesellschaft sichtbar werden!
  • Wie möchten uns vernetzten, und Leute für unser Tun begeistern!
  • Wir möchten einen allgemeinverbindlichen GAV!
  • Wir möchten bessere Löhne!
  • Wie möchten bessere Weiterbildungsmöglichkeiten!
  • Wir möchten eine Leistungsvereinheitlichung der FaBeK-Berufsausbildung (einheitliche IPA) auf hohem Niveau!
  • Wir möchten einen angemessenen Personalschlüssel, der auch ohne Lernende und Praktikantinnen eingehalten werden kann!
  • Wir möchten gesellschaftliche Annerkennung und Wertschätzung für unsere Leistung!

Die Trotzphase organisiert regelmässig Vernetzungstreffen, die offen sind für neue Interessierte. Melde dich bei ihnen, wenn auch du mittrotzen willst!

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