Vor 20 Jahren fanden nicht nur die berühmten und erfolgreichen Proteste gegen den WTO-Gipfel in Seattle statt, welche der Antiglobalisierungsbewegung zu weltweiter Aufmerksamkeit verhalfen. 1999 organisierten wir in Mitten dieser Bewegung auch das erste Andere Davos. Nun, zwei Dekaden und unzählige Krisen, Kriege und Konflikte später, befindet sich die Welt erneut in Aufbruchsstimmung. Davon zeugen die vielfältigen Protestbewegungen, die 2019 rund um den Globus die herrschenden Verhältnisse erschütterten. Deshalb wiederholen wir die Parole der damaligen Antiglobalisierungsbewegung und stellen das diesjährige Andere Davos, welches am 17./18. Januar 2020 in Zürich stattfindet, unter das Motto «Eine andere Welt ist möglich – System Change Not Climate Change!».
von BFS Zürich
This world is on fire!
2019 erschütterten die sozialen Aufstände in Algerien, Hongkong, Frankreich, Ecuador, Irak, Libanon, Katalonien, Chile, Haiti wie auch die Klimastreikbewegung die Welt. Und sogar in der Schweiz brachte der Frauen*streik und die Klimastreikbewegung die über Jahrzehnte gefestigte politische Stabilität ins Wanken.
Parallel zu diesen sozialen Protesten steht nach Lateinamerika im Sommer 2019 nun ein zweiter Kontinent – Australien – buchstäblich in Flammen. Wie auch im Amazonas tragen die kohle- und ölgeilen Wirtschaftsmagnaten, Grossgrundbesitzer und die rücksichtslosen Regierungen die Verantwortung für die apokalyptischen Brände in Down Under. Gleichzeitig drohen die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten zu eskalieren.
Diese Entwicklungen zeigen mit aller Deutlichkeit, dass der Kapitalismus immer weniger fähig ist, den Lohnabhängigen ein würdiges Leben in einer intakten Umwelt zu ermöglichen.
Which side are you on?
Vom 21.-24. Januar 2020 treffen sich in Davos am World Economic Forum (WEF) diejenigen Wirtschaftsführer*innen und Politiker*innen, welche als Repräsentant*innen der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung die Verantwortung für die Zerstörung unserer Umwelt und Bedrohung der Lebensbedingungen der Lohnabhängigen auf der Welt tragen.
Um eine Gegenöffentlichkeit zum WEF zu schaffen, organisiert die Bewegung für den Sozialismus (BFS) am 17./18. Januar 2020 im Volkshaus Zürich das Andere Davos. Am WEF treffen sich die Verursacher*innen der Klimakatastrophe – am Anderen Davos diskutieren Aktivist*innen, welche dagegen kämpfen.
Gäste
Am Anderen Davos organisieren wir Workshops zu den ökologischen Kämpfen gegen die Abholzung des Amazonas in Brasilien, ökofeministischer Politik, zur Unmöglichkeit eines grünen Kapitalismus und der Notwendigkeit eines ökologischen Umbaus der Produktion, den Perspektiven der weltweiten Klimabewegung, ökosozialistischer Theorie, sowie zur weltweiten feministischen Bewegung. Mit dabei sind Aktivist*innen aus über 10 Ländern, darunter:
Luiz Zarref engagiert sich als Leitungsmitglied der Landlosenbewegung Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra (MST) gegen die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien und die rechtsextreme Politik von Jair Bolsonaro.
Gloría Trogo ist feministische Aktivistin des sozialistischen Partido Socialismo e Liberdade (PSOL) in Brasilien und Parteikollegin der von Bolsonaros Komplizen 2018 ermorderten Marielle Franco.
Tithi Bhattacharya ist Autorin des für Furore sorgenden und in 26 Sprachen übersetzten Buches «Feminismus für die 99 Prozent: Ein Manifest». Die Feministin mit indischen Wurzeln ist Mitbegründerin des «International Women’s Strike» in den USA, lehrt Global Studies und Modern South Asian History an der Purdue University und entspricht damit wohl ziemlich genau Donald Trumps Albtraum.
Daniel Tanuro lehrt Agrarwissenschaft in Belgien und macht sich in Europa einen Namen als einer der führenden ökosozialistischen Theoretiker und Buchautoren.
Lars Henriksson steht seit den 1970er Jahren bei Volvo in Göteborg am Fliessband. Er kennt die Autoproduktion genau, lehnt Elektroautos als Lösung ab und engagiert sich als Basisgewerkschafter für einen radikalen Um- und Rückbau der Autoindustrie.
Das ausführliche Programm gibt es hier: https://sozialismus.ch/ad2020/

Weitere Infos
Die Konferenz wird auf Deutsch, Englisch und Französisch übersetzt. Zudem wird am Samstag während dem ganzen Programm in der Spielbaracke auf dem Kanzleiareal eine Kinderbetreuung organisiert. Anschliessend an das offizielle Programm findet am Samstagabendim Provitreff in Zürich eine Soliparty mit den Berner Rappern Tommy Vercetti und Dezmond Dez statt.
Spende
Das Andere Davos kostet jedes Jahr einiges an Geld. Besonders ins Gewicht fallen die Reisekosten für unsere Gäste, die Miete im Volkshaus sowie die professionelle Simultanübersetzung mit entsprechender Ausrüstung. Umso mehr sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Konkret versuchen wir noch vor dem Start des Anderen Davos 2020 3’000 CHF zu sammeln. Wir freuen uns über jede Unterstützung!
Konto
Name:BFS Zürich
IBAN: CH38 0900 0000 8550 7861 5
Verwendungszweck: Anderes Davos
Es ist auch möglich mit Paypal oder Twint zu spenden. Für eine Twint-Spende musst du folgenden QR-Code mit dem Twint-App scannen:
